FRANKFURT AM MAIN GEDENKSTÄTTE DEPORTATION GROSSMARKTHALLE




ERINNERUNGSSTÄTTE

ZWEIPHASIGER
OFFENER
REALISIERUNGS-
WETTBEWERB

PREISGRUPPE
2. PREIS

Die Verfolgung und Deportation der Frankfurter Juden während der NS-Zeit war an vielen Stellen eng in den Alltag eingebunden. In diesem Zusammenhang soll die Erinnerungsstätte

  • den Ort kennzeichnen,
  • eine Vorstellung von den Geschehnissen vermitteln,
  • sowie Gelegenheit einräumen zur Erinnerung, zur Trauer und zur Reflektion.

Die Erinnerungsstätte wird als besonderer Ort in den Grünzug eingefügt und damit zu einer Station innerhalb alltäglicher Nutzungen. Die Erinnerungsstätte umfasst die Flächen vor und unter der Eisenbahnbrücke, die Fußgängerbrücke einschließlich ihrer Zugangstreppe, Stellwerk und Pumpwerk, die Gleisharfe, den Absperrzaun sowie die Zugangsrampe zu den Kellerräumen der Großmarkthalle.

Die Besucher der Erinnerungsstätte sollen die Abläufe und die Dimension der Deportationen ansatzweise nachvollziehen können. Für ein besseres Verständnis der Geschehnisse wird stellvertretend Opfern, Tätern und Zuschauern jeweils ein bestimmtes Element der Erinnerungsstätte zugeordnet. Ergänzend sind punktuell Informationen eingefügt.

Zu den bestehenden Artefakten gehören das Kopfgebäude der Großmarkthalle, die Fußgängerbrücke und die Zugangstreppe sowie das Stellwerksgebäude. Alle bestehenden Artefakte bleiben erhalten, auch wenn ihre Authentizität nur teilweise gesichert ist. Für ein besseres Verständnis der Zusammenhänge scheint uns wichtig, jeweils einen Abschnitt der Gleisharfe und des Drahtgitterzaunes wiederherzustellen. Neu hinzugefügte Elemente sind erkennbar ausgebildet.

Um sich den Geschehnissen zu nähern und ihre Bedeutung zu reflektieren, ist ein Verweilen vor Ort wichtig. Die nordwestliche Grenze der Fläche wird dazu durchgehend durch ein langgestrecktes Betonelement eingefasst.

05/2010

Ulrike Böhm, Cyrus Zahiri, Katja Benfer, Rita Leal, Mirjam Sauer, Tim Wildner, Pilar Morilla Manresa, Anna Kajsa Gustavsson